„Tägliche Backups inklusive“ steht in fast jedem Tarif. Der Satz ist so verbreitet, dass er nichts mehr aussagt – und er beantwortet keine der vier Fragen, auf die es ankommt.
1. Wie lange wird aufbewahrt?
Der wichtigste Punkt, und der am seltensten genannte. Tägliche Sicherungen mit zwei Tagen Aufbewahrung helfen bei einem Fehler von gestern. Sie helfen nicht, wenn Ihnen im November auffällt, dass eine Unterseite seit Oktober kaputt ist.
Vierzehn Tage sind die untere sinnvolle Grenze, dreißig sind besser. Anbieter, die das nicht nennen, sollte man fragen – die Antwort ist aufschlussreich.
2. Können Sie selbst zurückspielen?
Zwei Möglichkeiten: Entweder es gibt einen Knopf in der Verwaltungsoberfläche, oder man schreibt ein Ticket und wartet. Der Unterschied bemisst sich in Stunden Ausfall.
Zweiter Aspekt: Lässt sich einzeln zurückspielen – nur die Datenbank, nur ein Verzeichnis – oder nur alles auf einmal? Wer wegen einer beschädigten Tabelle drei Tage Bestellungen verliert, hat das falsche Werkzeug.
3. Was kostet die Wiederherstellung?
Manche Anbieter berechnen sie als Dienstleistung. Das ist zulässig und sollte vorher bekannt sein – im Notfall ist es kein guter Zeitpunkt, das herauszufinden.
4. Haben Sie eine Kopie außerhalb?
Die Sicherung des Hosters liegt beim Hoster. Wird das Konto gesperrt – wegen einer offenen Rechnung, eines Missverständnisses oder einer Kündigung – ist sie mit weg.
Eine wöchentliche Kopie auf einen anderen Speicherort ist wenig Aufwand und deckt genau den Fall ab, den die Hoster-Sicherung nicht abdecken kann.
Der Test, den fast niemand macht
Einmal im Jahr auf einer Testumgebung zurückspielen und nachsehen, ob es funktioniert. Prüfen Sie dabei nicht nur, ob die Seite lädt, sondern ob Datenbank und Dateien zum selben Zeitpunkt gehören – bei getrennten Sicherungen ist das nicht selbstverständlich.
Bis dieser Test einmal gelaufen ist, haben Sie kein Backup. Sie haben eine Annahme.